Der Phaeton von Volkswagen

Eine Betrachtung zur Luxuslimousine aus Dresden

Phaeton Frontansicht, Ex-Dienstwagen des Autors - Jörg Tilmes
Phaeton Frontansicht, Ex-Dienstwagen des Autors - Jörg Tilmes
Volkswagen hat 2002 die Luxuslimousine Phaeton und damit ein Automobil der Spitzenklasse präsentiert. Lesen Sie hier mehr über dessen Präsenz am Markt und Hintergründe.

Ferdinand Piech ist ebenso Wirtschaftsführer (Architekt der Übernahme von Volkswagen durch Porsche) wie Ingenieur. Er hat mit dem ersten Audi 100, dem Quattro-Antrieb und dem Audi V8 die Basis dessen geschaffen, was Audi heute ist. Er gilt auch als Vater des Phaeton, einer weitgehend in Handarbeit endgefertigten Luxuslimousine, die in der Gläsernen Manufaktur in Dresden produziert wird.

Der Phaeton und seine technischen Besonderheiten

Vier Türen, über fünf Meter lang und eine Karosserie, die unter Fachleuten als die verwindungssteifste Karosse gilt, die der Markt für PKWs kennt: Außen zeitlos mit einem markentypischen Grill und markanten Breitbandscheinwerfern versehen; im Interieur Holz und hochwertige Lederausstattungen, die in ihrer Qualität Maßstäbe setzen. Der Phaeton hat diesbezüglich und an Luxusanmutung alles übertroffen, was bis 2002 auf dem Markt war. Speziell der Marktführer zu dieser Zeit, die Mercedes-S-Klasse von 1998, hatte damals unter Vorwürfen über die billige Anmutung der Innenraumgestaltung zu leiden. Der Phaeton bietet in diesem Punkt nur bei den Tasten rund um das Navigationssystem sowie in Bezug auf den Kunststoff-/Chrom-/Holzmix auf der Mittelkonsole Grund zur Beanstandung. Was jedoch teilweise mit dem Facelift (zu erkennen an der Chromleiste im unteren Frontgrill) geändert wurde: Das nun DVD-gestützte Navigationssystem und sein Umfeld sowie die Mittelkonsole wirken ab Modelljahr 2008 edler.

Lesen Sie hier die Zusammenfassung zum Phaeton Facelift 2010!

Pluspunkte sammelte hingegen von Anfang an das vollständig mit Holz eingefasste Lenkrad, das ein einzigartig hochwertiges Gefühl beim Fahren vermittelt. Das Scharnier der elektrischen Kofferdeckelschließung ist ein Kleinkunstwerk. Die zugfreie Belüftung einzigartig und auf Piech zurückzuführen. Das selbstleuchtende Nummernschild ein Novum. Die Handarbeitsqualität an Perfektion nicht zu überbieten. Das erweiterte Holzpaket vermittelt ein Plus an unübertroffenem Luxus; optional aufzuwerten durch kunstvolle Intarsienarbeiten.

Die "Edition 6" ist ein 2008 erschienenes Sondermodell zum sechsjährigen Baujubiläum des Phaeton in Mocca-Anthrazit-Perleffektlackierung mit dem V6 TDI oder dem V8 mit 335 PS. Die Innenausstattung trug das Individual-Leder "Sensitive Classic Style Tobacco". Die Holzausstattung: Klavierlack, schwarz.

Der Phaeton im Markt: Zahlen aus dem Jahr 2007 / 2008

Piechs Stoßrichtung war klar: Der Audi A8 sollte dem 7er BMW Paroli bieten und der Phaeton in Komfort und Technik die S-Klasse von Mercedes übertreffen: Mehr als 35.000 Phaeton sind gebaut; 18.244 davon wurden bis einschließlich August 2008 in Deutschland zugelassen. Dies übertrifft unter dem Strich den Erfolg des ersten Siebeners von BMW und des ersten Gehversuchs von Audi in der Luxusklasse, dem Audi V8 von 1988. Im Jahr 2007 verhielten sich die Umsatzzahlen der Luxusklasse in Deutschland folgendermaßen:

Mercedes S-Klasse, 9. Generation: 8.262 Zulassungen. Audi A8, 2. Generation: 5.133 Stück. BMW 7er, 4. Generation: 4.132 Exemplare. Phaeton, 1. Generation: 2.892 Stück. Jaguar XJ, 7. Generation: 592 Wagen und vom Lexus LS, 4. Generation 417 Stück. Diese Zahlen weisen den Phaeton als etabliert und im Markt erfolgreich aus. Dass der Markt für solche Limousinen allerdings schrumpft, hat nur etwas damit zu tun, dass es heute die sogenannten SUVs wie VW Touareg, Audi Q7, BMW X5 und Mercedes ML/GL gibt, von denen sich die Klientel der Luxuslimousinen heutzutage zunehmend als Alternative zu den klassischen Limousinen begeistern lässt. Dennoch stiegen im ersten Quartal 2008 die Verkaufszahlen des Phaeton im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum 2007 um 45,4 Prozent an. Eine positive Entwicklung, die seine Wettbewerber nicht vorzuweisen haben und die vor allen Dingen den sparsamen Dieselmotoren des Phaeton zugeschrieben wird.

Die Motoren des Phaeton

Sechs-, Acht- und Zwölfzylinder-Benzinmotoren mit 3,2 bis zu 6,0 Liter Hubraum und Dieselmotoren von 3,0 bis 5,0 Liter Hubraum sorgen beziehungsweise sorgten beim Phaeton auch von der Leistung her für echtes Luxusklassefahren. Der seit April 2007 angebotene Sechszylinder-Diesel mit 240 PS erfüllt weltweit als erster Wagen seiner Klasse die Euro-5-Abgasnorm.

Mit dem Modelljahr 2009 erhält der Phaeton einen neuen Einstiegsmotor: Als solcher dient zukünftig ein 3,6-Liter-V6-Benziner mit Direkteinspritzung und 280 PS. Er löst den 3,2-Liter-V6 mit 241 PS ab. Neben dem neuen Basismotor erfüllen nun auch die V8- und W12-Benziner mit 335 PS und 450 PS die ab September 2009 geltende Euro-5-Abgasnorm.

Wirtschaftlicher Erfolg durch die Phaetonplattform bei Bentley Continental GT und Flying Spur

Der Phaeton unterscheidet sich jedoch nicht nur durch die hohe Verarbeitungsqualität und seine Verwindungssteifigkeit von seinen Konkurrenten. Im Gegensatz beispielsweise zur Mercedes-S-Klasse ist er die Plattform einer Luxusfahrzeugreihe. Die technische Basis des Phaeton bietet die Grundlage für die Luxuslimousine Bentley Continental Flying Spur sowie deren Coupé und Cabriolet Continental GT / GTC-Versionen. Vier Fahrzeuge auf einer Plattform – eine solide Basis für einen wirtschaftlichen Erfolg in diesem Segment; ein genialer Schachzug Piechs, der bei BMW und Mercedes in der Luxusklasse ohne Parallele bleibt. Um die Gläserne Manufaktur stärker auszulasten und die Kapazitätsengpässe im Bentley-Werk von Crewe / England abzufedern, wurde von Mitte 2005 bis Ende 2006 auch das Phaeton-Schwestermodell Continental Flying Spur in Dresden endmontiert.

Modellautos

Die Firma Minichamps aus Aachen baut außerordentlich hochqualitative Modellautos des Phaeton im Maßstab 1:43 in den Farben schwarz, silber sowie lunablaumetallic. Sie sind für rund 20 Euro bei VW direkt oder über Ebay erhältlich. Auch das Facelift aus dem Jahr 2007 mit leicht geänderten Chromleisten wurde als Modell in metropolisgrey und schwarz umgesetzt. Minichamps hat den Innenraum bis hin zu chromeingefaßten Cupholdern (Getränkehalter) nahezu perfekt verkleinert; die Proportionen der Modelle stimmen zu 100 Prozent mit dem Vorbild überein. Gleiches gilt auch für die Modellautos des Phaeton von AutoArt im Maßstab 1:18, die rund 53 Euro kosten.

Ein gebrauchter Phaeton ab 16.900 Euro ist eine Alternative zu teuren, neuen Kleinwagen

Ferdinand Piech und Martin Winterkorn haben die Liebe zum Automobil ausgelebt und ein Fahrzeug geschaffen, das auch als Gebrauchtwagen eine Empfehlung ist und seine Fahrer dauerhaft erfreuen wird. Die Gläserne Manufaktur zu bauen und den Phaeton als Basis für die Continental-Reihe zu verwenden zeugt ebenso von Weitsicht der Herren im Marketing wie von verantwortungsbewusstem Umgang mit dem Geld der Firma. Ein Fehler wäre es jetzt, den Phaeton kleiner zu machen und einen Nachfolger vorzustellen, der das erfolgreiche Konzept der ersten, aktuellen Generation verwässert. Die Autobild vom 02. Januar 2009 schreibt, dass es 2010 ein großes Facelift mit neuer Front, neuem Heck und erweitertem Ausstattungsumfang geben und der Phaeton so bis 2013 im Programm bleiben soll.

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Jörg Tilmes - Was Sie von mir an dieser Stelle erwarten dürfen? Artikel zu Themen aus dem Bereich der Fernsehbranche, mit der ich seit 1999 ...

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