Porträt des Schauspielers Jonathan Rhys-Meyers

König Henry VIII. aus "The Tudors" goes to "From Paris with Love"

Jonathan Rhys-Meyers - Jonathan Rhys-Meyers
Jonathan Rhys-Meyers - Jonathan Rhys-Meyers
Der Schauspieler verzaubert seine Fans durch ein überwältigendes Charisma, überzeugende Leistungen und eine entwaffnende Offenheit in Bezug auf seine Berufswahl.

Jonathan Rhys-Meyers verschafft jedem Produkt, für das der Schauspieler aus Irland wirbt, eine Aufmerksamkeit, die andere längst nicht erzielen. Selbst Zeitgenossen, die wenig für die bunten Dekorationen in den Ladenpassagen übrig haben, erkennen das Gesicht des Künstlers in dem Moment, in dem ihre Blicke eher zufällig die Schaufensterfront streifen: "Energie als Modelabel war mir völlig unbekannt. Aber als ich Jonathan Rhys-Meyers auf dem Foto im Laden entdeckte, schaute ich genauer hin." So soll es wohl sein im Sinne der Werbestrategen: Das Geld von Energie ist das Model, das eher als Schauspieler einen Namen hat, wohl wert gewesen.

Jonathan Rhys-Meyers im Porträt

Der am 27. Juli 1977 im irischen Dublin mit dem Namen Jonathan Michael Francis O'Keeffe geborene Schauspieler Jonathan Rhys-Meyers wurde von einem Talentsucher der Firma Hubbard Casting in einer Billardhalle entdeckt, in der der damals Sechzehnjährige seine neue Freizeit nach dem Rausschmiss aus seiner Schule genoss. Dies mag mit ein Grund dafür sein, dass der Hollywoodstar in Interviews preisgibt, die Beschäftigung der Schauspielerei nur deswegen auszuüben, um nicht in Obdachlosigkeit oder dem Knast zu enden. Im Gegensatz zu seinen Kollegen, so Rhys-Meyers‘ ziemlich offene Worte, würde er den Beruf nicht lieben.

Für den Suppenhersteller Knorr Werbung zu machen, lohnt sich: Erste Karriereschritte

Jonathan Rhys-Meyers hatte nach einem ersten erfolglosen Casting seine Hoffnung auf eine schnelle Schauspielerkarriere bereits aufgegeben, doch der Vertrag mit Knorr führte in die richtige Richtung: 1994 feierte Rhys-Meyers in einer Nebenrolle neben Albert Finney und Brenda Fricker sein Schauspieldebüt in "The Man of No Importance". Seine erste Hauptrolle bekleidete Jonathan 1996 in Sue Claytons "Auf der Suche nach Finbar". Während einer Drehunterbrechung spielte Rhys-Meyers im Film "Michael Collins" ebenfalls 1996 neben Liam Neeson und Julia Roberts. Im selben Jahr trat Rhys Meyers in dem Theaterstück "Dark Blood" auf.

Bemerkenswert in Bezug auf Rhys-Meyers‘ Emotionalität ist, dass er aus Ablehnung seinem nächsten Film ("The Killer Tongue", Horror) gegenüber so schlecht spielte, dass er nach der Hälfte der Dreharbeiten entlassen wurde. In zwei Szenen von "Die Bibel – Samson und Delia" war Jonathan Rhys-Meyers 1996 ebenso zu sehen, wie in "Der Macher / The Maker" (1997), "The Tribe" (1998) mit Jeremy Northam, "B. Monkey" an der Seite von Rupert Everett und in der Hauptrolle im Drama "The Governess" (beide 1998): Der jugendliche Sohn eines adligen Hauses verliebt sich unglücklich in die rätselhafte Erzieherin seiner Schwester.

"Velvet Goldmine" ebnete den Weg zur Goldmine: Der Film brachte dem Schauspieler Ruhm und Geld

In dem Drama spielte Rhys-Meyers 1998 sehr freizügig einen bisexuellen Rockstar, dessen Figur am Leben des Sängers David Bowie angelehnt war. In diesem Film überzeugte auch sein Gesangskönnen. Für diese von ihm sehr freizügig gespielte Rolle wurde er als bester britischer Newcomer des Jahres nominiert.

Danach war Jonathan Rhys-Meyers in Projekten wie "Ride with the Devil" (1999, an der Seite von Tobey Maguire), "Gormeghast" (2000, Mysteryserie), "Happy Now" (2001), "Prozac Nation" (2001, mit Christina Ricci), "The Magnificent Ambersons" sowie in "Kick it like Beckham" mit Keira Knightley und Parminder Nagra zu sehen (beide 2002). Vier weitere Filme standen noch in 2003 auf dem Programm.

2003 spielte Rhys-Meyers in der mit dem Golden Globe ausgezeichneten Fernsehproduktion "The Lion in Winter"

In dem Remake des Königsdramas agierte Jonathan an der Seite von Glenn Close und Patrick Stewart als homosexueller König Philip von Frankreich. Dies auf eine Weise, in der er bereits mit einer überragenden Präsenz sämtliche Kollegen sprichwörtlich an die Wand spielte. Bei "Alexander" von Oliver Stone war er 2004 in der Rolle des Cassander zu sehen. Diesem Engagement voraus ging "Vanity Fair – Jahrmarkt der Eitelkeiten".

Für seine Darstellung des Elvis Presley (2005) erhielt Rhys-Meyers eine Emmy-Nominierung und 2006 den Golden Globe. Rollen in "Match Point" (2005), wo er einen jugendlichen, rücksichtslos mordenden Aufsteiger spielte, und "Mission Impossible 3" (2006, mit Tom Cruise) folgten. Mit Robin Williams wirkte Jonathan in "August Rush / Der Klang des Herzens" (2007) mit.

Betrachtet der Außenstehende das Leben von Rhys-Meyers, drängt sich der Eindruck auf, als gäbe es deutliche Parallelen zwischen Film und Realität

In "B. Monkey" spielte Jonathan Rhys-Meyers einen emotional haltlosen, vergeblich an seinen engsten Freunden Halt suchenden Jungkriminellen. In der Tat fällt der Schauspieler immer wieder durch tagelange Saufgelage, Aufenthalte in Entzugskliniken und ähnliche Exzesse auf. Sogar die Preisverleihungen zu "The Tudors" hat er durch eine neun Tage andauernde Orgie regelrecht verpennt. Dies läßt darauf schließen, dass es in einem bestimmten Bereich ein Defizit des Schauspielers zu geben scheint. Im Frühjahr 2007 ließ er sich wegen seiner Alkoholsucht in eine Entzugsklinik einweisen, wurde aber mehrfach rückfällig. Zuletzt im Juni 2009: Presseberichten zufolge randalierte er in einer Bar, weil der Barkeeper dem betrunkenen Rhys-Meyers keinen Alkohol mehr ausschenken wollte.

2007 bis 2009: Durch "The Tudors – Mätresse des Königs" erlangte Jonathan Rhys-Meyers Weltruhm

Für seine Interpretation des jungen englischen Königs Heinrich VIII. erhielt Rhys-Meyers den Irish Film- and Television Award und zwei Golden Globe Nominierungen. Er begeisterte die Fans wiederum durch eine überragende Bildschirmpräsenz. Seine Spielfreude zog weibliche wie männliche Bewunderer in den Bann und brachte ihm für "The Tudors" unter anderem den Irish Film and Television Award ein. Was ihn für das Werk "Nofretete – die Frau des Pharao" ebenfalls empfiehlt.

Daneben stand Jonathan Rhys-Meyers für "A Film with Me in It" und "The Children of Huang Shi" (beide 2008), "Shelter" sowie "From Paris with Love" (beide 2009) vor der Kamera. 38 Produktionen seit 1994 sind es ingesamt. 2010 folgen "Mandrake" und "Mary Mother of Christ" (aus 2009).

Privat wohnt der Schauspieler noch immer im irischen Cork sowie in Appartements in Marokko und London. Er hält Angaben im Interview mit der GQ zufolge Kleidung für wichtig und schätzt das Leben in der Stadt. Jonathan Rhys-Meyers liebt eben die Abwechslung und die Modemarken lieben ihn: 1996 modelte er für Versace, 2008 für Hugo Boss und Anfang 2009 eben für die Jeans von Energie.

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