
- David Rott - die agenten / Joachim Gern
David Rott war am 29. und 30. September 2011 in der ARD-Produktion "Der Mann mit dem Fagott" als junger Udo Jürgens zu sehen. Doch dies war nicht die einzige anspruchsvolle Produktion, in der Rott in jüngerer Vergangenheit zu sehen gewesen ist. Er glänzte auch in "Die Rebellin": Der von der ndf (neue deutsche filmgesellschaft mbH) unter der Verantwortung von Claudia Sihler-Rosei für das ZDF hergestellte Dreiteiler "Die Rebellin" erzählte aus den Anfangstagen des Fernsehens und wurde in der Zeit des Wirtschaftswunders im Nachkriegsdeutschland angesiedelt. Die junge Lena Berkow (gespielt von Alexandra Neldel) vertritt die Überzeugung, dass die Technik für alle Menschen erreichbar sein muß. Sie verliebt sich in den Unternehmersohn Hans Sattler (David Rott). Dessen wohlhabender Vater Wilhelm Sattler (Friedrich von Thun) entwickelt und verkauft Radios. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ist geprägt von der Hoffnung des Vaters auf die Rückkehr des älteren Sohnes Peter.
David Rott und die Figur des "Hans Sattler" im Film "Die Rebellin"
Hans Sattlers Leben ist ein ständiger Kampf um die Anerkennung des Vaters einerseits und der damit verbundenen Notwendigkeit andererseits, seine eigenen Träume aufgeben zu müssen. David Rott erklärt im Interview mit ZDF.de, dass es ihm wichtig war, in seinem Spiel die Unsouveränität seiner Figur hervorzukehren, die darunter leidet, keine Anerkennung von ihrem Vater zu erhalten und demzufolge immer um dieselbe kämpfen muss. In seiner Vorbereitung, so Rott weiterhin ZDF.de gegenüber, habe er sich auch mit der Körperlichkeit von Hans beschäftigt. Die Haltung der Menschen, die fünfzig Jahre vor unserer Zeit gelebt haben, sei seiner Ansicht nach eine andere gewesen, als die derjenigen heutzutage.
Sein spezielles Augenmerk habe David Rott darauf gelegt, herauszufinden, wie sich unterdrückte Wut und Stress im Körper wiederfinden und wie sich dies auf den Rhythmus seines Schauspiels auswirkt. Eine derart professionelle Herangehensweise zeigt, dass die Castingchefin der ndf – Ursula Danger – mit ihrer Wahl des David Rott richtig gelegen hat. Susanne Freyer ist ebenfalls als Produzentin bekannt, deren Arbeiten ein hohes Maß an Qualität erreichen und auch beim Publikum sehr gut ankommen. Kein Wunder daher also, dass auch sie sich seinerzeit ebenso für David Rott entschieden hat, wie Produzentin Regina Ziegler bei "Der Mann mit dem Fagott".
Der Werdegang des David Rott
Der am 01. September 1977 in Leverkusen bei Düsseldorf geborene David Rott absolvierte seine Ausbildung zum Schauspieler am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. 1999 spielte er unter der Regie von Klaus Maria Brandauer in "Peer Gynt" in Bremen. Kurz darauf wurde Rott festes Ensemblemitglied am Burgtheater Wien. Dort erhielt er für seine Performance in "Frank Wedekinds Frühlingserwachen" von der Fachzeitschrift Theater heute eine Nominierung als bester Nachwuchsdarsteller der Saison 2000 / 2001. Es folgten Gastengagements bei den Bregenzer Festspielen und den Wiener Festwochen sowie Anstellungen am Deutschen Theater in Berlin und am Schauspielhaus Zürich.
Seine Vita listet rund 18 Theaterproduktionen auf. 2008 stand Rott im Residenz Theater München für "Romeo und Julia" auf der Bühne. In 2002 feierte David Rott in "Ganz und gar" seine Premiere auf der Kinoleinwand. Für die Rolle in dem Film von Marco Kreuzpaintner erhielt David Rott 2003 den Darstellerpreis des Max-Ophüls-Festivals (bester Nachwuchsschauspieler). 2004 fand Rotts Tätigkeit vor der Kamera in Sherry Hormanns „Männer wie wir“ ihre Fortsetzung. Beim Dreh des Kinofilms "Freche Mädchen" arbeitete Rott bereits 2007 mit Ute Wieland, der Regisseurin von "Die Rebellin", zusammen.
David Rott im Fernsehen
Bis Ende 2008 hat David Rott in insgesamt 14 Fernsehproduktionen mitgewirkt. Darunter sind Engagements in Publikumserfolgen wie der Kinderserie "Ein Fall für B.A.R.Z." (2005 bis 2006, 16 Folgen), "Commissario Laurenti" (2006, ARD), "Polizeiruf 110" (2008, ARD), "Mit Herz und Handschellen" (2006, SAT.1), "Charlotte Link: Die Rosenzüchterin" (2004) und dem aufwändigen Zweiteiler "Paparazzo" (ARD, mit Sascha Göpel) zu finden. Seinen ersten Fernsehauftritt absolvierte David Rott im "Tatort – Mietsache" (2003), auf den drei weitere Engagements in dieser Reihe folgten; zuletzt 2008 im "Tatort – Das Gespenst". In der Rolle des Anno spielte David Rott an der Seite von Max von Pufendorf im Drama "Das letzte Stück Himmel" einen charmanten Modefotografen, der seinem traumatisierten und depressiven Bruder die schönen Seiten des Lebens zeigen will und ihn dazu von Wuppertal zu sich nach München holt.
David Rott lebt in Zürich und Berlin, beherrscht das Fechten ebenso wie mehrere Dialekte und das Spielen von Violine und Gitarre. Er war zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung dieses Artikels Vater zweier Kinder von zwei Frauen. Im September 2011 sind es deren vier. Rott mag nach eigenen Angaben den Charme der Altstadt von Prag, in der es noch kleine Kneipen zu finden gibt, in denen ältere Leute mit Geige und Kontrabass Musik machen und in denen nicht vom Touristenrummel der kommerzialisierten Metropole zu spüren ist. Udo Jürgens äußerte sich anlässlich der Ausstrahlung von "Der Mann mit dem Fagott" gegenüber der Presse dahingehend, dass Rott auch seine Liebe zum Wein teile.
David Rotts Grundlagen sind eine sichere Basis für die Zukunft
David Rott empfindet es nach Angaben im Interview mit ZDF.de als Privileg, sowohl im Theater wie auch vor der Kamera als Schauspieler arbeiten zu dürfen. Auch er ist ein gutes Beispiel dafür, wie komplex und vielseitig sich schauspielerisches Können durch das allabendliche Arbeiten auf der Bühne unter der Anleitung verschiedenartigster Regisseure entwickelt.
Ein Kölner Castingagent bestätigt: "Beim Proben im Theater wird mehr an Facetten erarbeitet, als beim meist unter Zeitdruck stehenden Dreh vor der Kamera. In der Summe profitiert ein Schauspieler davon, weil er ein Plus an Erfahrung mit auf seinen Lebensweg nimmt. David Rott ist in Charisma und Können ein Ausnahmeschauspieler im besten Sinne, von dem wir noch ebenso viel erwarten können, wie von seinen Kollegen Benjamin Sadler sowie Max von Pufendorf, mit dem Rott in "Das letzte Stück Himmel" gemeinsam vor der Kamera gestanden hat und dessen Geburtsort wie der von David Rott zufälligerweise in der Nähe Düsseldorfs liegt."
Update: Rott in den Jahren 2009 bis 2011
Am 17. und 20. Dezember 2009 glänzte David Rott in der zweiteiligen Neuverfilmung von "Sisi" von Susanne Porsche neben Cristiana Capotondi. Im gleichen Jahr drehte Rott noch mit Regisseur Michael Gutmann "Die letzten 30 Jahre" und "Kongo" für das ZDF unter Peter Keglevic. Dazu drehte er noch die Komödie "Familie macht glücklich" und eben die Biographie von Udo Jürgens, für die Rott auch das partielle Spielen des Klaviers erlernte.
